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Universität

Dagmar Gotthardt-Pötsch erhält Elisabeth Lutz-Preis der ÖAW

Die österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat Dagmar Gotthardt-Pötsch, Assistenzprofessorin für Pharmakologie und Toxikologie an der Vetmeduni, mit dem Elisabeth Lutz-Preis ausgezeichnet. Diese prestigeträchtige Ehrung würdigt ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und ihren Beitrag zur Erforschung von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen), einem zentralen Bestandteil des Immunsystems. Mit ihrer Arbeit hat sie neue Erkenntnisse über die Rolle dieser Zellen in der Tumorabwehr und ihre seltene, aber aggressive Transformation zu malignen Erkrankungen gewonnen.

Forschung an NK-Zellen: Ein Schlüssel zur Krebsbekämpfung

Dagmar Gotthardt-Pötsch hat ihre wissenschaftliche Laufbahn der Untersuchung von natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) gewidmet, die eine zentrale Rolle bei der Abwehr von Tumoren und der Immunüberwachung spielen. Ihr Ziel ist es, die Prozesse zu entschlüsseln, die die Funktion und Gesundheit dieser Zellen steuern. Ein bedeutender Erfolg ihrer Arbeit war die Identifikation des Transkriptionsfaktors STAT5 als dualer Regulator in der Tumor-Immunologie: Neben seiner essenziellen Rolle für die Differenzierung und Reifung von NK-Zellen fungiert STAT5 als potenter Suppressor der Tumorangiogenese. Durch die gezielte Repression des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF) in der Mikroumgebung unterbindet STAT5 die pro-tumorale Aktivität der NK-Zellen – ein Befund, der neue translationale Ansätze zur therapeutischen Reaktivierung der Immunantwort eröffnet.

Komplementär dazu demonstrierte Dagmar Gotthardt-Pötsch, dass die Homöostase dieses Systems hochsensibel ist: eine übermäßige Aktivierung von STAT5B resultiert in einer unkontrollierten Vermehrung von NK-Zellen, die schließlich zu aggressiven Leukämien führt. Mit einem innovativen Mausmodell gelang es ihr erstmals, die Entwicklung von einer milden zu einer schweren Form der NK-Zell-Leukämie nachzustellen. Dieses Modell bietet eine wertvolle Grundlage für die Erforschung neuer Ansätze zur Vorbeugung und Behandlung dieser seltenen, aber schwerwiegenden Erkrankung.

Von der Grundlagenforschung zur klinischen Anwendung

Neben ihrer Arbeit an NK-Zellen hat Dagmar Gotthardt-Pötsch auch entscheidende Erkenntnisse zu anderen Blutkrebsarten gewonnen. Ihre Untersuchungen zu B-Zell-Leukämien haben neue molekulare Mechanismen aufgedeckt, die die Entstehung und den Verlauf dieser Erkrankungen beeinflussen. Diese Ergebnisse eröffnen vielversprechende Möglichkeiten für die Entwicklung innovativer Therapien, insbesondere für synergistische Kombinationstherapien. Durch die gezielte pharmakologische Inaktivierung von Cyclin C können Resistenzen gegenüber Standard-Inhibitoren durchbrochen und eine massive Apoptose in malignen B-Zellen induziert werden. Mit ihrer Forschung schlägt sie eine Brücke zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung, um innovative Lösungen für die Behandlung von Krebserkrankungen zu finden.

 

Die Vetmeduni gratuliert recht herzlich!

 

 

Über den Elisabeth Lutz-Preis:

Der Elisabeth Lutz-Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften würdigt herausragende wissenschaftliche Leistungen in der grundlagenorientierten Forschung, insbesondere in den Naturwissenschaften. Er fördert interdisziplinäre Ansätze sowie zukunftsorientierte und nachhaltige Projekte. Das Preisgeld wird zu gleichen Teilen an die Forscher:innen, die Forschungseinrichtung und deren Trägerinstitution vergeben, um die ausgezeichneten Arbeiten weiterzuführen.