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Universität

Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis für Rupert Palme

Rupert Palme vom Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysik der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde mit dem heurigen Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis für seinen wissenschaftlichen Beitrag im Sinne des Tierschutzes und des Tierwohls geehrt.

Die Tierärztliche Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in München, Deutschland, verleiht alle zwei Jahre den Felix Wankel Tierschutz-Forschungspreis für experimentelle und innovative wissenschaftliche Arbeiten, deren Ziel es ist, z. B. Tierversuche zu ersetzen, einzuschränken, den Tierschutz generell zu fördern oder die Grundlagenforschung zur Verbesserung des Tierschutzes zu unterstützen.

Heuer wurde Rupert Palme, Institut für Physiologie, Pathophysiologie und Biophysikder Vetmeduni, für seinen wissenschaftlichen Übersichtsartikel „Non-invasive measurement of glucocorticoids: advances and problems“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand im Rahmen des DVG-Vet-Congress am 19. November 2021 in Berlin statt.

Rupert Palme widmet sich in seinem Artikel der bisher veröffentlichten Literatur zur Analyse fäkaler Glukokortikoidmetaboliten (FCM-Analyse) zur Stressbestimmung in Labor-, Nutz- und Wildtieren. Palme und seinen Kolleg:innen gelang es, die weltweit erste nicht-invasive Methode zur Stressbeurteilung bei Tieren durch Messung der fäkalen Glukokortikoid-Metaboliten zu entwickeln und zu etablieren. Einfach gesagt: Mithilfe der FCM-Analyse lassen sich Stresshormone durch deren Abbauprodukte indirekt über tierische Exkremente nachweisen. So müssen Tiere zu Forschungszwecken nicht dem zusätzlichen Stress einer Blutabnahme ausgesetzt werden. Diese Testmethoden werden nun erfolgreich in einer Vielzahl von Forschungsbereichen wie dem Tierschutz, aber auch in ethologischen, ökologischen oder biomedizinischen Studien eingesetzt.

Über Rupert Palme

Rupert Palme studierte Veterinärmedizin an der Veterinärmedizinischen Universität Wien, wo er 1988 sein Doktoratsstudium abschloss. Am damaligen Institut für Biochemie arbeitete er zunächst als Forschungsassistent und nach seiner Habilitation 1997 (Thema: „Metabolisierung und Ausscheidung von Steroidhormonen bei Schaf, Pferd und Schwein“) als außerordentlicher Professor. 2014 wechselte Rupert Palme an die Abteilung für Physiologie, Pathophysiologie und Experimentelle Endokrinologie, wo er die Arbeitsgruppe „Stress“ leitet. Palme widmet sich hauptsächlich der Metabolisierung, Ausscheidung und Messung von Stresshormonen. Er war maßgeblich an der Entwicklung und Etablierung von Testmethoden (Enzymimmunoassays) zur Analyse der über den Kot ausgeschiedenen Steroidmetaboliten beteiligt, die weltweit ihresgleichen suchen und Rupert Palmes Arbeitsgruppe zu einer international gefragten Anlaufstelle machen. Ein Großteil der über 400 von ihm veröffentlichten, wissenschaftlichen Publikationen weist einen Tierschutzbezug auf, und sie helfen z. B. die Gesundheit, die tiergerechte Unterbringung oder den Umgang mit Heim-, Nutz- und Versuchstieren zu verbessern.

Rupert Palme ist Mitglied der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie, der Österreichischen Gesellschaft der Tierärzte sowie der International Society of Wildlife Endocrinology (ISWE). Zudem fungiert er als Fachgutachter für zahlreiche anerkannte wissenschaftliche Journale. Für seine Habilitationsschrift wurde er mit dem Armin Tschermak von Seysenegg Preis ausgezeichnet. Es gelang ihm bereits mehrmals die uniinternen Zitierbewerbe zu gewinnen und regelmäßig unter den top-zitierten Wissenschafter:innen der entsprechenden Laborjournal-Rankings aufzuscheinen.   
 

Die Vetmeduni gratuliert herzlich!