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Universität

Vetmeduni trauert um Erich Möstl

Mit großer Bestürzung haben wir vom Ableben Univ.Prof. Dr. Erich Möstls erfahren. Wir verabschieden uns von unserem ehemaligen Vizerektor für Organisations- und Personalentwicklung und Ressourcenplanung und geschätzten Kollegen.

Erich Möstl wurde 1950 im oberösterreichischen Altheim geboren. Im Alter von 21 Jahren führte ihn sein Weg nach Wien an die damalige Tierärztliche Hochschule für das Studium der Veterinärmedizin. Bereits sein Vater, sein Großvater und sein Onkel waren Tierärzte gewesen.

Gemeinsam mit seiner späteren Ehefrau und Virologin Univ.-Prof. Dr. Karin Möstl absolvierte er sein Studium. Beide hielten der Veterinärmedizinischen Universität Wien ihre gesamte berufliche Laufbahn lang die Treue. Das Institut für Biochemie war seine primäre Wirkungsstätte. Erich Möstl beschritt einen klassischen universitären Karriereweg und promovierte im Jahr 1978. Es folgten Aufenthalte in der Schweiz, Großbritannien und Deutschland, die Verleihung der Lehrbefugnis als Universitätsdozent im Fach Biochemie (1988) und die Verleihung des Berufstitels Außerordentlicher Professor (1997). Anschließend und bis 2006 war Erich Möstl als Vizerektor für Organisations- und Personalentwicklung und Ressourcenplanung tätig und bekam den Titel „Ehrensenator“ verliehen. Mit Ende des Jahres 2013 trat er gemeinsam mit seiner Ehefrau den Ruhestand an.

Erich Möstl war Autor von mehr als 200 wissenschaftlichen Artikeln und verfasste bei einem gängigen Lehrbuch der Veterinärphysiologie das Kapitel über Endokrinologie. Er verfügte über ein enorm breites, veterinärmedizinisches Wissen und auch Interesse. Über die Grenzen hinweg war er anerkannt und geschätzt als Referent und Gesprächspartner. Er war Mitglied bei mehreren nationalen und internationalen Gesellschaften, bei denen er sich aktiv einbrachte. Im Laufe der Jahre war er auch Vorsitzender des Universitätslehrerverbandes und Präsident der ÖGT (Österreichische Gesellschaft der Tierärztinnen und Tierärzte), zu deren Ehrenmitglied er 2022 ernannt wurde.

In einem Interview beantwortete Möstl die Frage „Ab wann empfanden Sie sich als erfolgreich?“ wie folgt: Dieses Gefühl tritt bei mir dann ein, wenn ich eine sinnvolle Aufgabe zu erledigen habe, wenn somit mein Leben erfüllt ist.“

Gute Lehre lag ihm persönlich am Herzen. Die Studierenden folgten seinen praxisbezogenen Ausführungen in Vorlesungen und Übungen gerne. In seiner Rektoratszeit förderte er neue, digitale Medien und war damit seiner Zeit weit voraus.

Erich Möstl wird der Veterinärmedizinischen Universität Wien unvergessen bleiben. Unsere aufrechte Anteilnahme und unser herzliches Beileid gelten seinen Angehörigen.

Rupert Palme im Namen ehemaliger Kolleg:innen der Vetmeduni

Die langen Gespräche mit ihm über Gott und die Welt, aber vor allem über unsere Arbeit werden uns gut in Erinnerung bleiben. Er war begeistert von Forschung und sprühte nur so von neuen Ideen – eine seiner besonderen Begabungen, gepaart mit Hilfsbereitschaft und Verlässlichkeit. Er war ein Teamplayer par excellence und ein Netzwerker, dem das Wohl der Universität, des Instituts und der Arbeitsgruppe am Herzen lag, nie sein persönlicher Vorteil. Mit den von ihm hergestellten, einzigartigen Enzymimmunoassays hat er maßgeblich zum ausgezeichneten Ruf unserer Arbeitsgruppe beigetragen, wenn es um das nicht invasive Monitoring von Reproduktion und Stress bei Tieren mittels Kotproben geht. Er besuchte bis zum Schluss gerne Fortbildungsveranstaltungen. Noch bei der VÖK-Tagung 2025 bewarb er unsere nicht-invasive Methodik bei praktizierenden Tierärzt:innen mit einem Poster.

Auch nach seiner Versetzung in den Ruhestand blieb er der Universität und unserer Arbeitsgruppe verbunden. Er interessierte sich für unsere aktuellen Projekte und brachte sich noch mit Ideen und seinem „Hobby“, Schlüsselreagenzien von Enzymimmunoassays zu synthetisieren, ein. Bis zuletzt ließ er es sich nicht nehmen, uns zu besuchen und zu unterstützen.

Voller Dankbarkeit blicken wir auf 40 Jahre großartige Zusammenarbeit zurück. Kein Austausch, keine Telefonate oder Besuche mehr von ihm am Institut – Erich, wir werden dich sehr vermissen!