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Universität

Viktoria Neubauer mit dem Armin Tschermak von Seysenegg-Preis ausgezeichnet

Für ihre wissenschaftliche Arbeit erhielt Viktoria Neubauer, österreichisches Kompetenzzentrum FFoQSI und Zentrum für Lebensmittelwissenschaften an der Vetmeduni, den Armin Tschermak von Seysenegg-Preis 2026.

Verleihung des Armin Tschermak von Seysenegg-Preis, v.l.n.r.: Vizerektorin Barbara Bockstahler, Werner Frantsits (Verein Gesellschaft der Freunde der Vetmeduni), Viktoria Neubauer und Rektor Matthias Gauly. Foto: Ernst Hammerschmid/Vetmeduni
Foto: Ernst Hammerschmid/Vetmeduni

Die Auszeichnung geht auf den ehemaligen Ordinarius für Physiologie an der Tierärztlichen Hochschule, Armin Tschermak, Edler von Seysenegg, zurück und honoriert den akademischen Nachwuchs der Vetmeduni für herausragende wissenschaftliche Arbeiten. Der Preis wird jährlich von der Gesellschaft der Freunde der Veterinärmedizinischen Universität Wien gestiftet.

Ausgezeichnete Forschung

Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeit führte Viktoria Neubauer eine umfassende Querschnittsstudie durch, die die psychische Gesundheit von Studierenden und praktizierenden Tierärztinnen und Tierärzten in Österreich untersuchte. Die Studie, die zwischen November 2022 und Jänner 2023 durchgeführt wurde, beleuchtete die größten Stressfaktoren im Berufsalltag sowie deren Auswirkungen auf die mentale Gesundheit. Die Ergebnisse zeigen, dass Bürokratie, vor Tierleid und Besitzer:innenkommunikation, zwar als größter beruflicher Stressor wahrgenommen wird, jedoch nur schwach mit den erhobenen psychischen Belastungsindikatoren korreliert. Finanzielle Sorgen hingegen, die nicht zu den meistgenannten beruflichen Stressoren zählen, weisen die stärksten Zusammenhänge mit schlechter psychischer Gesundheit auf, darunter Depression, Angst, Schlaflosigkeit, geringes Wohlbefinden, und klinisch relevanter Stress. Besonders auffällig ist, dass Studierende die meisten Belastungen höher einschätzen als Praktiker:innen, mit Ausnahme der Bürokratie, die in der Praxis stärker ins Gewicht fällt. Frauen berichten insgesamt von einer höheren Belastung als Männer.

Viktoria Neubauer und ihr Team empfehlen Maßnahmen, wie die Begrenzung von exzessiven Arbeitszeiten, die Förderung von Selbstfürsorge und Stressbewältigung, sowie die Bereitstellung professioneller Unterstützung für Zeitmanagement, Besitzer:innenkommunikation und Finanzplanung, bereits ab dem Studium. Ihre Forschung liefert wertvolle Ansätze zur Verbesserung der psychischen Gesundheit in der Veterinärmedizin und trägt dazu bei, die Arbeitsbedingungen in diesem anspruchsvollen Berufsfeld nachhaltig zu optimieren.


Viktoria Neubauer absolvierte ihr Diplomstudium an der Vetmeduni und promovierte anschließend mit einer Arbeit zur Modulation mikrobieller Fermentation im Pansen und der Diagnostik von subakuter Pansenazidose bei Kühen. Seit 2018 ist sie als PostDoc am Austrian Competence Centre for Feed and Food Quality, Safety and Innovation (FFoQSI) sowie an der Vetmeduni tätig. Im Jahr 2021 übernahm Neubauer die wissenschaftliche Leitung der Area „Food Safety and Hygiene“ am FFoQSI. Parallel dazu verfolgt sie seit 2020 ein Doktoratsstudium, im Zuge dessen sie sich mit dem Einfluss auf das Euter- und Milch-Mikrobiom bei Kühen beschäftigt.

Neben ihrer Forschung engagiert sich Viktoria Neubauer aktiv für die psychische Gesundheit in der Veterinärmedizin und leitet Projekte, die sich mit den Herausforderungen in tierärztlichen und landwirtschaftlichen Berufen befassen.

 

Die Vetmeduni gratuliert herzlich!