Skip to main content

Universität

Warum impfen? Immunisierung für Hunde, Katzen und Pferde

Gegen welche Krankheiten sollte mein Tier geimpft werden? In welchen Intervallen müssen die Impfungen verabreicht werden und sind neben den sogenannten Core-Impfstoffen, die bei allen Tieren erfolgen sollten, zusätzliche Impfungen notwendig?

Jährliches Impfgespräch mit TierärztInnen

Eine individuelle tierärztliche Beratung und generelle Aufklärung der TierhalterInnen über die einzelnen Impfungen ist notwendig, um zu entscheiden, ob die Grundimmunisierung ausreicht oder ob der Vierbeiner zusätzlich Non-Core-Impfungen erhalten sollte.

  • Risiko vs. Nutzen

Jede Impfung bedarf einer Risiko-Nutzen-Analyse durch die TierärztInnen.

  • Mindestanforderung

Als Faustregel gilt: Jedes Tier sollte gegen die wichtigsten Infektionskrankheiten geimpft werden.

  • Keine Überimpfung

Gleichzeitig gilt es, Überimpfung zu vermeiden, um das Risiko für etwaige Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten.

  • Individuelle Bedürfnisse

Unterschiedliche Lebens- und Haltungssituationen sowie Reisen ins Ausland müssen in die Impfberatung einbezogen werden.

  • Zusätzlicher Schutz

Die Durchführung von Non-Core-Impfungen sowie der Zeitpunkt einer Auffrischung sind in Anbetracht von individuellen Infektionsrisiken mit dem Haustierarzt/der Haustierärztin zu besprechen.

 

Schutz für Kleintiere und Pferde

Die Grundimmunisierung umfasst jene Impfungen, die notwendig sind, um einen vollständigen Impfschutz in einem Organismus aufzubauen. Bei den meisten Impfungen sind hierfür mehrere Teilimpfungen notwendig, die nach einem bestimmten zeitlichen Schema erfolgen.

Eine Auffrischungsimpfung ist je nach Impfung einmalig oder wiederholt in vorgegebenen Zeitabständen nach der abgeschlossenen Grundimmunisierung erforderlich, um die erneute Bildung von Antikörpern und Gedächtniszellen anzuregen.

Bei der aktiven Immunisierung werden das körpereigene Immunsystem und der Aufbau einer Immunabwehr für den langzeitigen Schutz durch die Impfung angeregt.

Eine passive Immunisierung bietet zwar sofortigen Schutz durch das Verabreichen von Anti-körpern (Antiserum), die Wirkung ist jedoch nicht dauerhaft.

In der Heimtiermedizin wird zwischen für alle Tiere notwendigen Impfungen (Core) sowie individuell empfohlenen Zusatzimpfungen (Non-Core), je nach Lebenssituation und Kontakt zu Artgenossen und anderen Tieren, unterschieden. Individuelle Impfschemata sollten mit der Haustierärztin/dem Haustierarzt besprochen werden.

Warum impfen?

  • Schutz des Einzeltiers
    Impfungen schützen und erhalten die Gesundheit des Individuums
     
  • Schutz der Population
    Um Epidemien zu verhindern, sollten über 70 Prozent einer Tierpopulation geimpft oder immun sein
     
  • Schutz des Menschen
    Verhinderung der Ausbreitungtödlicher zoonotischer Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Tollwut

Für die Veterinärmedizin arbeitet die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) seit 2006 Impfempfehlungen aus und stellt diese als Leitlinien zur Verfügung. Die StIKo Vet besteht aus acht Mitgliedern sowie acht stellvertretenden Mitgliedern, die jeweils eine Tierart bzw. einen Fachbereich vertreten. Zusätzlich werden ExpertInnen aus den entsprechenden Tätigkeitsfeldern hinzugezogen. Die Kommission ist fachlich unabhängig, jedoch mit dem Friedrich-Loeffler-Institut verbunden und beim deutschen Bundesverband Praktizie-render Tierärzte e.V. angesiedelt.

Ist das Muttertier selbst durch regelmäßige Impfungen gut geschützt, werden sogenannte maternale (mütterliche) Antikörper über die Muttermilch und insbesondere die Erstmilch, das sogenannte Kolostrum, in der ersten Lebenswoche auf das Jungtier übertragen. So ist es vorerst vor Krankheitserregern geschützt. Je nach Milchaufnahme kann daher auch innerhalb eines Wurfs der Antikörperspiegel sehr unterschiedlich sein. Zudem sinkt der Spiegel der maternalen Antikörper mit zunehmendem Alter ab. Durch ein individuell abgestimmtes Impfmanagement können Jungtiere Schritt für Schritt eine Grundimmunität aufbauen.

Text: Stephanie Scholz
Fachlicher Input: Jessika-M. Cavalleri und Sonja Berger (Universitätsklinik für Pferde), Frank Künzel und Elisabeth Baszler (Universitätsklinik für Kleintiere)
Illustrationen: Matthias Moser

Dieser Artikel erschien in VETMED Magazin 1/2021


Ähnliche Themen