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Universität

Wiener Töchtertag 2026 an der Veterinärmedizinischen Universität Wien

Forschen, untersuchen und ausprobieren hieß es am 23.04.2026 an der Vetmeduni. 14 Schülerinnen aus Wien und dem Burgenland schnupperten heuer am Wiener Töchtertag in die vielfältige Welt der Veterinärmedizin.

Foto: Thomas Suchanek/Vetmeduni

Lebensmittelsicherheit und Sinnesforschung

Den Vormittag gestalteten Elisabeth Varga (Zentrum Lebensmittelwissenschaften) und Dagmar Lingnau (Klinisches Department Nutztiere und Transformation von Lebensmittelsystemen). Nach einer kurzen Begrüßungs- und Vorstellungsrunde erarbeiteten die Schülerinnen, wie vielfältig der tierärztliche Beruf ist – von Kleintier- und Wiederkäuermedizin über die Tätigkeit der Amtstierärzt:innen, Pferdesport und Bestandsbetreuung bis hin zur Epidemiologie. Die jungen Teilnehmerinnen erkundeten den Bereich der Lebensmittelsicherheit und schärften bei der Lebensmittelsensorikeinheit alle fünf Sinne. Sie lagerten die Lebensmittel richtig im Kühlschrank und lernten Wissenswertes über Mikroorganismen und Lebensmittelkrankheitserreger. In der Sensorikeinheit erarbeiten sie nach einem kurzen Einstieg an fünf Sinnesstationen: 1) Sie erkannten Gerüche, 2) ertasteten Lebensmittel, 3) ordneten Objekte nach deren Festigkeit, 4) unterschieden salzige und saure Lösungen und stuften die Intensität ein und 5) sortierten Farblösungen nach Stärke der Färbung.

Hands-on im Kuhstall

In der Wiederkäuerklinik organisierten Bianca Lambacher-Einzmann und ihr Team vom Klinisches Zentrum für Wiederkäuer, Kameliden und Bestandsbetreuung – Eva Maria Bartl, Eva Kolb, Floriana Sajovitz und Barbara Tschulena – ein anschauliches Programm mit viel Tierkontakt. Die Mädchen lernten im Kuhstall, was Kühe fressen, wie der Pansen funktioniert und warum Pansenmikroben für die Verdauung so wichtig sind. Unter dem Mikroskop konnten die Schülerinnen die Mikroorganismen selbst beobachten. Zudem wurde im Hörsaal G gewerkt: Dort erklärten die Tierärztinnen den Untersuchungsgang bei Schaf und Ziege – vom Abhören über Abtasten bis zum Messen wichtiger Parameter – und zeigten, wie man mit Ultraschall Bilder aus dem Inneren des Tieres macht. Zum Abschluss verkleideten sich die Mädchen als Chirurginnen und schossen Erinnerungsfotos.

Campus-Tour und Kleintierklinik

Nach der Mittagspause ging es auf Campus-Tour und in den Klinikbereich. Betreut von Ivana Calice (Klinisches Zentrum für Kleintiere) und ihrem Team (Marina Fillipi, Elisabeth Bouda sowie Studierende) stand zunächst ein gemeinsames Wiegen auf der groß dimensionierten Pferdewaage am Programm.

Im SkillsLab VetSim – dem Übungszentrum für angehende Tierärzt:innen – durften die Schülerinnen unter fachkundiger Anleitung echte tiermedizinische Handgriffe ausprobieren. An speziellen Trainingsmodellen legten sie Verbände an, übten die Handhabung eines Endoskopie-Modells, kleideten sich wie Chirurginnen für den OP ein und unternahmen einen virtuellen Klinik-Rundgang. Die jungen Teilnehmerinnen übten auch den Umgang mit Tieren: melken, einem Pferd ein Halfter anlegen, einem Hund ein Brustgeschirr anpassen und Halskrägen basteln. Zudem suchten sie mithilfe eines Ultraschallphantoms nach einem „versteckten“ Brokkoli oder Cherrytomaten.
 

Der Wiener Töchtertag ermöglicht Schülerinnen ab der ersten Klasse MS/AHS bis zur Matura, Berufe in Technik, Digitalisierung, Handwerk und Naturwissenschaften kennenzulernen. An der Veterinärmedizinischen Universität Wien bekamen die Teilnehmerinnen auch heuer wieder einen abwechslungsreichen und praxisnahen Einblick in die vielen Facetten der tierärztlichen Arbeit. Mit viel Neugier, Spaß und neuen Eindrücken ging der Tag zu Ende – vielleicht mit dem einen oder anderen neuen Berufswunsch im Gepäck.

alle Fotos: Thomas Suchanek/Vetmeduni