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Serie: Pflanzen des Monats im Porträt #8

05.08.2022: Als Serie steht jeden Monat eine spezielle Pflanze im Fokus, die im Botanischen Garten der Vetmeduni gedeiht. Im August dreht sich alles um die Tollkirsche. 

August: Die Tollkirsche im Portrait

Die Tollkirsche, Atropa belladonna L. zählt zur Familie der Solanaceae (Nachtschattengewächse). Sie ist eine ausdauernde, sommergrüne und krautige Pflanze. Die Tollkirsche wächst stark verzweigt, ihre ovalen Blätter laufen spitz zu. Von Frühsommer bis Herbst zeigen sich braunrote, glockenförmige Blüten. Aus den befruchteten Blüten entwickeln sich erst grüne Beeren, die anschließend reifen und sich schwarz färben. Die Beeren weisen einen Durchmesser von etwa einem Zentimeter auf, sie enthalten kleine Samen. Diese Samen werden meist von Vögeln durch Endochorie (Darmwanderung) verbreitet.

Tollkirschen können bis zu 200 cm hoch wachsen und bevorzugt feuchte, schattige Plätze. Sie erreichen mitunter ein Alter von 20 Jahren. 

Zu den Inhaltsstoffen der Tollkirsche zählen Tropanalkaloide. Die Pflanze ist stark giftig! Deshalb sollte man Tollkirschen nicht im Garten ansiedeln. Wie bei allen giftigen Pflanzen mit Beerenfrüchten ist eine erhöhte Vergiftungsgefahr für Kinder gegeben, da die farbigen Früchte häufig zum Naschen verleiten.

Service

Über den Botanischen Garten der Vetmeduni:

Am Campus der Vetmeduni in Wien Floridsdorf befindet sich an zentraler Stelle der unieigene Botanische Garten. Seit 1997 dient dieser als Lehrfläche der Arbeitsgruppe Funktionelle Pflanzenstoffe der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Studierenden und Besucher:innen sollen dadurch Pflanzen mit Bezug zur Veterinärmedizin nähergebracht werden. Auf etwa 2.500 m2 gedeihen ca. 250 verschiedene Pflanzenarten – darunter auch Heil-, Gift- und Futterpflanzen. Mit der „Pflanze des Monats“ möchten die Expert:innen des Instituts für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni auf Pflanzen aufmerksam machen, die im betreffenden Monat im Garten entweder in Blüte oder fruchtend zu sehen sind. Dabei stehen deren Besonderheiten im Fokus, die sonst in der Fülle der (Blüten)Pflanzen nicht immer hervorstechen. Derzeit wird der Botanische Garten von Mitarbeiter:innen des Instituts für Tierernährung und Funktionelle Pflanzenstoffe, gestaltet und betreut.

Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe