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Serie: Pflanze des Monats im Portrait #9

15.09.2022: Als Serie steht jeden Monat eine spezielle Pflanze im Fokus, die im Botanischen Garten der Vetmeduni gedeiht. Im Septmeber dreht sich alles um den Kirschlorbeer. 

September: Der Kirschlorbeer im Portrait

Der Kirschlorbeer zählt zur Familie der Rosaceae (Rosengewächse). Er ist ein immergrüner Strauch der sich als Solitärpflanze auch zu einem Baum entwickeln kann. Die Pflanze hat lange, lanzettliche, derbe, dunkelgrüne Blätter. Von April bis Juni zeigt sich der traubige, weiße Blütenstand. Im Spätsommer bilden sich die Früchte, fleischige, bis zu 12 mm große Kirschen, die im Verlauf der Reife von grün über rot fast schwarz werden.

Zu den Inhaltsstoffen des Kirschlorbeers zählen Cyanogene Glycoside und Gerbstoffe.

Achtung: Die ganze Pflanze ist giftig - besonders die Blätter und die Samen.

Der Kirschlorbeer zählt zu den Neophyten, seine ursprüngliche Heimat ist Südosteuropa. Durch sein starkes Wachstum ist er eine beliebte, billige Heckenpflanze. Er bietet keine Vogelnahrung, nur einige Drosselvögel fressen seine Beeren. Weder Jungvögeln noch Insekten bietet er Nahrung. Durch ihre große Präsenz in den Gärten verdrängt der Kirschlorbeer andere Heckenpflanzen. Der Strauchschnitt von Kirschlorbeer verrottet langsam, oft wird er unerlaubterweise an Waldrändern abgeladen. Dort kann die geschnittene Pflanze noch aussamen und wildert aus.

Kirschlorbeer sollte in unseren Gärten nicht mehr angepflanzt werden, vielmehr sollte zur Heckenanlage auf Weißdorn, Schlehe, Haselnuss und Hagebutte zurückgegriffen werden. Diese Pflanzen bieten Insekten und Vögeln bessere Bedingungen. Ihre Blüten und Früchte sind zudem ein schönerer Anblick, als das monotone Plastikgrün des Kirschlorbeers.

Service

Über den Botanischen Garten der Vetmeduni:

Am Campus der Vetmeduni in Wien Floridsdorf befindet sich an zentraler Stelle der unieigene Botanische Garten. Seit 1997 dient dieser als Lehrfläche der Arbeitsgruppe Funktionelle Pflanzenstoffe der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Studierenden und Besucher:innen sollen dadurch Pflanzen mit Bezug zur Veterinärmedizin nähergebracht werden. Auf etwa 2.500 m2 gedeihen ca. 250 verschiedene Pflanzenarten – darunter auch Heil-, Gift- und Futterpflanzen. Mit der „Pflanze des Monats“ möchten die Expert:innen des Instituts für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe der Vetmeduni auf Pflanzen aufmerksam machen, die im betreffenden Monat im Garten entweder in Blüte oder fruchtend zu sehen sind. Dabei stehen deren Besonderheiten im Fokus, die sonst in der Fülle der (Blüten)Pflanzen nicht immer hervorstechen. Derzeit wird der Botanische Garten von Mitarbeiter:innen des Instituts für Tierernährung und Funktionelle Pflanzenstoffe, gestaltet und betreut.

Institut für Tierernährung und funktionelle Pflanzenstoffe