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VetmedTalk #3 – Almen, Alpen, Milchwirtschaft

Berge sind ein bestimmender Faktor für die Arbeit der österreichischen BäuerInnen. Welche Stärken hat die alpine Landwirtschaft und vor welchen Herausforderungen steht sie? Unter dem Motto „Heute verstehen. Morgen verändern.“ lud die Vetmeduni zur bereits dritten Ausgabe des VetmedTalks – einem Event zum Wissenstransfer im Online-Format. Eine hochkarätig besetzte Runde mit VertreterInnen aus den Bereichen Veterinärwesen und Landwirtschaft diskutierte dabei verschiedene Aspekte rund um die „Milch aus dem Alpenland“. Das Event steht als Nachschau auf Youtube zur Verfügung.

Foto: Michael Bernkopf/Vetmeduni

Während die Anzahl österreichischen MilchbäuerInnen sinkt, steigt die Menge an Litern, die jede Kuh jährlich abgeben soll. 25.500 milcherzeugende Betriebe produzieren derzeit etwa 3,8 Mio. Tonnen Milch pro Jahr in Österreich. Statistisch gesehen konsumieren die ÖsterreicherInnen also jedes Jahr etwa 74 Kilogramm Milch.

Josef Kössler (Landesveterinärdirektor in Tirol), Stefan Lindner (Obmann „Zentrale Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Rinderzüchter“ und „Tirol Milch“), Monika Ehling-Schulz (Abteilung für Funktionelle Mikrobiologie/Vetmeduni), Clair Firth (Abteilung für Öffentliches Veterinärwesen und Epidemiologie/Vetmeduni) sowie Lorenz Khol (Universitätsklinik für Wiederkäuer, Außenstelle „Der Wiederkäuer im Alpenraum“ in Innsbruck/Vetmeduni) boten einen interessanten und anregenden Austausch über die Besonderheiten, Stärken und Herausforderungen der alpinen Landwirtschaft, die einen Großteil dieser 3,8 Mio. Tonnen Milch liefert. Bernhard Weingartner, Wissenschaftskommunikator und Initiator der Science Slams in Österreich, führte auch dieses Mal durch die Veranstaltung.

Im Fokus des VetmedTalks zum Thema „Almen, Alpen, Milchwirtschaft“ standen neben der Einzigartigkeit österreichischer Milch und Milchprodukte auch die logistischen Herausforderungen für BergbäuerInnen und die zuständige Tierärzteschaft. Zudem wurde die Erforschung spezifischer Fragestellungen im Unterschied zur konventionellen Landwirtschaft wie beispielweise die Futterumstellung der Milchkühe beim Wechsel vom Stall auf die Alm sowie Zoonosen bei Milchvieh thematisiert. Besonderes Augenmerk kam dem aktuellen Forschungsstand hinsichtlich Lebensmittelsicherheit bei Milch und Milchprodukten sowie dem Antibiotikaeinsatz bei Milchkühen zu. Denn die hohen heimischen Qualitätsstandards in der Milchwirtschaft stellen LandwirtInnen, NutztierpraktikerInnen sowie milchverarbeitende Betriebe immer wieder vor mikrobiologische Herausforderungen.

Selektivtherapie für mehr Tiergesundheit

WissenschafterInnen der Vetmeduni widmen sich intensiv der Erforschung und Entwicklung innovativer diagnostischer Tools zur zielgerichteten Erkennung von Krankheitserregern, die u. a. Entzündungen der Euter (Mastitis) hervorrufen können. Dies ist deshalb wichtig, weil beispielweise die Toxine von Staphylococcuaureus aureus, einer der häufigsten Mastitiserreger bei Milchkühen, auch über die Milch auf den Menschen übertragen werden können. 

Im Sinne des Tierwohls und der Tiergesundheit steht außer Frage, dass erkrankte Kühe unbedingt adäquat behandelt werden müssen. In speziellen Situationen kommen dann auch Antibiotika zum Einsatz. Fortschritte in der Diagnostik ermöglichen eine zielgerichtete Anwendung von Arzneimitteln. Durch sogenannte Targeted Therapie kann keimgenau und situationsangepasst therapiert, der Einsatz von Antibiotika in der Praxis reduziert und Resistenzen vorgebeugt werden. Denn je gesünder die Tiere sind, desto höher ist auch die Qualität der heimischen Lebensmittel.

Alpine Landwirtschaft als Beitrag zu SDGs   

Hinsichtlich der nachhaltigen Entwicklungsziele (SDGs, Sustainable Development Goals) der Vereinten Nationen (UN) spielt die alpine Landwirtschaft eine wesentliche Rolle. Schließlich leisten eine artgerechte Haltung des Milchviehs, Weiterentwicklungen in der Forschung und Diagnostik einen wertvollen und nachhaltigen Beitrag zur Lebensmittelsicherung und -sicherheit. Dabei kommt der neu gegründeten Außenstelle der Vetmeduni in Innsbruck eine besondere Bedeutung zu. Durch ihr Wirken ermöglicht sie es, die Besonderheiten der alpinen Landwirtschaft zu erhalten und Studierende für die Großtierarztpraxis zu begeistern, damit auch künftig die veterinärmedizinische Versorgung im alpinen Raum gesichert ist.

Nachschau: Der VetmedTalk zum Thema „Almen, Alpen, Milchwirtschaft“ auf Youtube


Weitere Informationen:

Vorschau: Der nächste VetmedTalk zum Thema Darmgesundheit wird im November 2021 stattfinden und rechtzeitig im Veranstaltungskalender angekündigt.

Schwerpunktkommunikaton zu Sustainable Development Goals (SDG) der Vetmeduni


Über VetmedTalk: 
Die VetmedTalk-Reihe „Heute verstehen. Morgen verändern.“ ist Teil der Schwerpunktkommunikation der Vetmeduni im Sinne der Sustainable Development Goals (SDG) der Vereinten Nationen. Mehr dazu hierAlle Themengebiete der VetmedTalks betreffen die Herausforderungen unserer Zeit und sollen zeigen, welchen Beitrag die Veterinärmedizinische Universität Wien mit ihrer Expertise für eine nachhaltige Gesellschaft von Morgen leistet.