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Universität

Auszeichnung: Award of Excellence 2025 für Martin Raigel

Martin Raigel, Post-Doc am Zentrum für Pathobiologie, wurde vom Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung für seine Dissertation mit dem heurigen Award of Excellence ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 10. Dezember 2025 im Jesuitensaal der Aula der Wissenschaften statt.

Sektionschef Elmar Pichl (rechts) mit Martin Raigel
Foto: BMFWF/Martin Lusser

Der mit 3.000 Euro dotierte Staatspreis ehrt die besten Dissertationen und PhD-Arbeiten der Universitäten Österreichs. In diesem Jahr geht der Award of Excellence an Martin Raigel von der Veterinärmedizinischen Universität Wien.

Nach seinem Studium der Veterinärmedizin absolvierte er sein Doktoratsstudium am Zentrum für Pathobiologie unter Supervision von Prof. Lukas Kenner. Raigel vertiefte sich früh in virologische Fragestellungen, unter anderem mit einer Diplomarbeit zur Spezifitätsbestimmung und Epitopkartierung eines monoklonalen Antikörpers gegen das Nichtstrukturprotein 3 des atypischen porzinen Pestivirus.

Beruflich sammelte Martin Raigel weitreichende Erfahrung in der Pathologie und biomedizinischen Forschung, arbeitete an Projekten zu Herzklappenprothesen sowie zu Mikrokalzifizierungen im Gefäßsystem und übernahm anschließend die Leitung eines interdisziplinären Forschungsprojekts zu den Auswirkungen von Mikroplastikaufnahme auf Hirngesundheit und neuronale Degeneration. Nun wurde Raigel mit dem Staatspreis, dem Award of Excellence, für seine herausragende Dissertation* geehrt. Darin beleuchtet er die Tumormikroumgebung in Prostatakrebs-Mausmodellen mittels Digitalpathologie und automatisierter Ganzschnittbildanalyse.

Seneszenz formt Therapieansätze

Die digitale Pathologie, insbesondere die Einführung des Scannens ganzer Objektträger (Whole Slide Imaging), hat das Feld der Bildanalyse revolutioniert. Die Whole Slide Image-Analyse erhöht die Menge an untersuchtem Gewebe, liefert objektive, quantitative Daten und hat sich für die Untersuchung verschiedener Krebsarten bewährt.

Prostatakrebs ist einer der am häufigsten diagnostizierten Tumore bei Männern, dessen Behandlung trotz der Entwicklung zahlreicher neuer Behandlungsmöglichkeiten eine medizinische Herausforderung bleibt. Die Wirksamkeit der Therapien hängt teilweise von der Tumormikroumgebung ab, die nach wie vor unzureichend verstanden ist.

In seiner Dissertation untersuchte Martin Raigel die Tumormikroumgebung von genetisch veränderten Mausmodellen. Neben dem Verlust des Tumorsuppressors PTEN wurde zusätzlich entweder der Transkriptionsfaktor JUN entfernt oder die IL6 Signalkaskade überaktiviert. Der zusätzliche Verlust von JUN verringerte die Anzahl der infiltrierenden Immunzellen durch eine verringerte Ausschüttung von anlockenden Botenstoffen, begleitet von einem beschleunigten Wachstum des Tumors. Im Gegensatz dazu führte die Überaktivierung von IL6 zu einem Anstieg der ausgeschütteten Botenstoffe und infiltrierenden Immunzellen, wodurch das Wachstum des Tumors behindert wurde. Die Ausschüttung dieser Botenstoffe ist Teil des Seneszenz-assoziierten sekretorischen Phänotyps (SASP). JUN und IL6 regulieren den SASP positiv, wodurch die Tumormikroumgebung im Allgemeinen und die Anlockung von Immunzellen im Besonderen beeinflusst wird. Raigels wissenschaftliche Arbeit zeigt, dass die Mikroumgebung des Tumors in Verbindung mit der Seneszenz das Fortschreiten von Prostatakrebs wesentlich beeinflusst und eröffnet Möglichkeiten für neue Behandlungsstrategien.

 

Die Vetmeduni gratuliert herzlich!

 

*Dissertation: „Utilizing whole slide imaging analysis to investigate the tumour microenvironment in prostate cancer mouse models“